Regie: Alejandro Gonzalez Inarritu
Die Legende von Hugh Glass...
Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.
Regie: Alejandro Gonzalez Inarritu
Die Legende von Hugh Glass...
Regie: John McLean
Der dumme Junge und der Wilde Westen...
Der britisch-neuseeländische Western "Slow West" erfindet natürlich
das Genre nicht neu, aber es gelingt diesem Film von John McLean durch
die sehr edle Machart zu überzeugen und in die Tradition interessanter
und ungewöhnlicher Genreperlen aufzusteigen. Erinnert hat mich der
Neowestern vor allem auch an den völlig unterbewerteten und leider auch
in Vergessenheit geratenen 70er Jahre Spätwestern "Begrabt die Wölfe in
der Schlucht" von Ted Kotcheff mit dem ebenfalls ungleichen Duo Gregory
Peck und Desi Arnaz jr. Nur werden sie dort von den Gesetzeshütern
gejagt, in "Slow West" sind Michael Fassbender und Kodi Smit-McPhee die
Suchenden. Allerdings ist es ebenfalls eine Geschichte von Jäger und
Gejagten.
Dabei empfinde ich gerade die Figur, die Kodi Smit-McPhee
spielt, die interessanteste in der Geschichte. Er ist der 16jährige
schottischer Adlige Jay Cavendish, der aus seiner Heimat in eine
vermeintlich neue Welt gereist ist. Dort in der Weite von Colorado ist
der Junge auf der Suche nach seiner großen Liebe Rose (Caren Pistorius),
die kurz vor ihm mit ihrem Vater (Rory McCann) das Heimatland verlassen
musste. Im Laufe der Geschichte wird durch Rückblenden auch klar warum.
Rose war zwar immer geschmeichelt von den Avancen ihres jungen
Verehrers, aber so ganz ernst hat sie ihn nie genommen. Sie nannte ihn
"Dummer Junge" und genauso wie ein Narr wandert Jay nun mit grenzenlosem
Ehrgeiz durch das Wilde Land. Es ist die Zeit des Bürgerkriegs. Und
immer wieder hat er mehr Glück als Verstand, dass er überlebt. Als ihn
einige Deserteure überfallen, bekommt er überraschende Hilfe des
wortkargen Outlaws Silas (Michael Fassbender), der zur rechten Zeit am
rechten Ort auftaucht um ihm das junge Leben zu retten. Jay erkennt,
dass er auf der Suche nach Rose, mehr braucht als seinen Kompass, sein
Handbuch für Reisende und seine Poesie. So wird Silas für 100 Dollar
sein Begleiter werden.
Doch die beiden sind sehr verschieden, so dass
es auf ihrer gemeinsamen Reise auch immer wieder zu Spannungen kommt.
Jay versucht sich zu trennen und trifft auf den Anthropologen Werner
(Andrew Robertt), der an einer Chronik über die Ausrottung der Indianer
schreibt, aber von dem Jay auch mies betrogen wird. Silas muss den
Jungen retten. In einem Handelsposten braucht Jay sein Gewehr, der
Zuschauer sieht draußen den Steckbrief von Rose und ihrem Vater hängen.
Ein Kopfgeld von 2.000 Dollar gibt es - tot oder lebendig. Dies weiß
Silas, der - genauso wie eine üble Kopfgeldtruppe unter der Führung von
Payne (Ben Mendelsohn) und ein weiterer Killer namens Victor (Edwin
Wright) - hinter den beiden Gesuchten her ist. Und der unwissende Jay
führt die Killer ohne Wissen direkt zu seiner Rose...
Regie: S. Craig Zahler
Im Gebiet der Troglodyten...
Es kommt relativ selten vor, dass der klassische Western mit einem
weiteren Genre vermischt wird. Es passt auch nicht immer, wie Jon
Favreaus eher enttäuschendes Western-Science Fiction Spektakel aus dem
Jahr 2011 bewies. Schon eher lassen sich Horrorelemente in den Wilden
Westen beimischen, was schon bei "Ravenous" (1999, Regie: Antonia Bird)
oder "Burrowers" (2008, J.T.Petty) doch ganz gut funktionierte. Mit
"Bone Tomahawk" von S.Craig Zahler präsentierte sich ein weiterer
Genre-Jumper, der in der ersten Hälfte auf einen sehr langsamen
Erzählryhthmus setzt, wo die eigentliche Geschichte - eine Suche nach
Vermissten im feindlichen Indianerland - ausgesetzt wird und stattdessen
das suchende Männerquartett, ein teilweise archetypischer Haufen, näher
vorgestellt wird. Es wird auf dieser Reise sehr viel erzählt, denn die
Männer kommen nur mühsam voran: Kein Wunder, den Arthur O´Dwyer (Patrick
Wilson) hat ein gebrochenes Bein und der Hilfssheriff Chicory (Richard
Jenkins) sollte eigentlich schon aufgrund seines Alters Rentner sein.
Immerhin komplettieren John Brooder (Matthew Fox), ein Veteran der
Indianerkriege, und Sheriff Franklin Hunt (Kurt Russell) die
Reisegruppe. Alle Männer stammen aus dem Kaff Bright Hope. Eigentlich
hätte das Örtchen in Ruhe und Frieden weiterexistiert, wenn nicht der
Landstreicher Purvis (David Arquette) dort aufgetaucht wäre. Dem Sheriff
ist der Fremde schnell unangenehm aufgefallen, daher hat er ihm ins
Bein geschossen und ins Gefängnis verfrachtet. Dort sollte Arthurs junge
Ehefrau Samantha (Lili Simmons), eine Ärztin, die Kugel entfernen. Doch
sie wird noch in der Nacht mit dem Gefangenen und Deputy Nick (Evan
Jonigkeit) entführt. Der Zuschauer hat in der ersten Szene gesehen, dass
Purvis mit seinem Kumpan Buddy (Sid Haig) - nachdem sie einige Siedler
brutal gemeuchelt haben - selbst in tödliche Gefahr gekommen sind. Sie
schändeten eine Grabstätte der Troglodyten, einem Stamm von Kannibalen,
der in den Bergen lebt und nur Purvis konnte in die Stadt fliehen, nach
Bright Hope. Die Kannibalen sind über Nacht dort aber eingefallen,
erschlagen einen Stallburschen, rauben Pferde und entführen die drei
Menschen. Ein indianischer Fährtensucher (Zahn McClarnon) klärt die
Bürger auf, dass mit diesem indianischen Kannibalenstamm nicht zu spaßen
sei und die Wahrscheinlichkeit lebend aus diesem Gebiet wieder
heimzukehren sei äusserst gering. Daher wollen sich nur wenige Einwohner
des kleinen Städtchens dem Rettungstrupp anschließen. Lediglich die
vier Männer machen sich auf den Weg in die Hölle...