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Mittwoch, 6. Mai 2026

Kid Blue (Kid Blue)


Regie: James Frawley

Bandit oder Bürger....

Kid Blue" von James Frawley entstand 1973 und ist ein sehr ungewöhnlicher Western. Sein bekanntester Kinofilm ist "Muppet Movie" aus dem Jahr 1979 - aber er war vor allem fürs Fernsehen tätig und drehte Serien wie "The Monkees" (von 1966 bis 1968), "Columbo",  "Law and Order"oder "Chicago Hope". Für "Kid Blue" standen ihm sehr Darsteller wie Warren Oates, Ralph Waite, Ben Johnson, Peter Boyle und nicht zuletzt Dennis Hopper in der Titelrolle zur Verfügung. Man kann "Kid Blue" durchaus auch als einen Antiwestern ansehen, denn die Hauptfigur des Films ist eine Art Verlierertyp, der sich vor noch nicht allzu langer Zeit als Eisenbahnräuber durchschlug und die Gegend unsicher machte. Aber die Zeiten haben sich geändert und das weite Land verändert sich. So gibt es auch in den kleineren Städten bereits Fabriken, durch die man Geld zum Lebensunterhalt verdienen kann. Eine Änderung ist also angesagt.  Der in Südtexas als „Kid Blue“ berüchtigte Ganove Bickford Warner (Dennis Hopper) ist die Zeit des Herumvagabundierens leid und begibt sich nach dem Städtchen Dime Box, um dort, zum allgemeinen Amüsement seiner alten Gang, einer ehrlichen Arbeit nachzugehen. Der erste Job beim örtlichen Barbier (M. Emmet Walsh) geht gründlich in die Hose, dernn er wird bei schlechter Bezahlung auch noch schlecht behandelt  und so fängt Bickford in der Keramikfabrik von Mr. Hendricks (Clifton James) an. Dort stellt man Aschenbecher für die größeren Städte im Osten des Landes her. Mit dem Pärchen Reese (Warren Oates) und Molly Ford (Lee Purcell) gewinnt Bickford zwei gute Freunde, doch er landet bald mit Molly im Bett. Überhaupt vertragen das konventionelle Spießerdasein und Bickfords Wesen sich überhaupt nicht miteinander. Ausserdem mag Sheriff Simpson (Ben Johnson) den jungen Mann mit langen Haaren überhaupt nicht. Als mit Janet Conforto (Janice Rule) eine alte Bekannte aus der Zeit des Banditentums im spießigen Städtchen auftaucht, wird Bickford Warner wieder mit seiner Zeit als "Kid Blue" konfrontiert. Und bald schon hat er einen Plan im Kopf, wie er mit drei Indianern an die Werkskasse von Mr. Hendricks kommt...



Bei Frawley geht das Ende - man kann es kaum glauben - für den Verlierer in letzter Sekunde doch noch gut aus. Zumindest entkommt er mit dem Geld - aber nicht durch das Fluggerät, dass für die moderne Zeit steht, sondern es gelingt mit den Ureinwohnern mit Kriegsbemalung und zu Pferd - also zurück zur guten alten Zeit. "kid Blue" ist ein Produkt der Ära des New Hollywood und wie zuvor Dustin Hoffman in Arthur Penns "Little Big Man" tritt auch Dennis Hopper als eine Art schelmischer Simplicissimus an, sich den Gepflogenheiten einer merkwürdig pevertierten, neuen Ära zu stellen,er scheitert jedoch an deren verlogener Doppelmoral.


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

 

Montag, 28. Februar 2022

The Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz (The Wild Bunch)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Sam Peckinpah

Ameisen, Skorpione, Menschen...

Pike Bishop (William Holden) und seine Gang kommen im Jahr 1914 als Soldaten getarnt in die texanische Grenzstadt San Rafael, um dort das Lohnbüro der Eisenbahngesellschaft auszurauben. In den Straßen der Stadt geht es an diesem Tag recht turbulent zu,  denn bei einem gut besuchten Erweckungsevent entsagen die Bürger gerade dem Alkohol und absolvieren dazu eine Parade. Den Männern zu Pferd mit den Kavallerieunfiormen schenkt man keine große Beachtung. Auch die Kinder der Stadt sind mit etwas anderem beschäftigt. Sie spielen ein grausames Spiel mit einigen Skorpionen, die sie immer wieder in einen Ameisenhaufen werfen, damit die größeren Tiere von den viel kleineren bei lebendigem Leib aufgefressen werden. Sie sind sichtlich begeistert von dem Naturspektakel über das Fressen und Gefressenwerden. Auch beachten sie die vorbeireitende Bande nicht, sondern zünden nachdem die Skorpione schon Opfer wurden für die siegreichen Täter ein Feuer an, so dass auch die Ameisen sterben und qualvoll verbrennen. Währenddessen überfallen Pikes Männer das Lohnbüro, alles scheint gut zu gehen. Sie wissen aber nicht, dass die Bahngesellschaft skrupellose Kopfgeldjäger engagiert hat, um Pike und seine Gang zu jagen. Unter den Killern ist auch Deke Thornton (Robert Ryan), der frühere beste Freund von Pike und ehemals Bandenmitglied, der durch die Festnahme von Pike die einzige Möglichkeit hat, dass ihm seine eigene hohe Gefängnisstrafe erlassen wird. Die Kopfgeldjäger (Strother Martin und L. Q. Jones) haben bereits Position auf dem Dach des Nachbargebäudes bezogen, bereit dafür sofort zu schießen, wenn die Räuber die Bank verlassen. Die Bande muss sich den Weg aus der Stadt freischießen - es kommt zu einem blutigen Massaker mit vielen Toten, darunter auch unbescholtene Bürger. Mit Dutch Engstrom (Ernest Borgnine), den Brüdern Lyle (Warren Oates) und Tector Gorch (Ben Johnson) sowie dem Mexikaner Angel (Jaime Sanchez) kann Pike fliehen, doch viele seiner Männer werden erschossen. Sie treffen sich ausserhalb der Stadt mit Freddie Sykes (Edmund O´Brien), dem ältesten Mitglied der Bande - dort soll die Beute geteilt werden und mit neuen Pferden die Flucht nach Mexiko angetreten werden. Doch die Desperados finden statt Geld nur Dichtungsringe aus Metall in den Postsäcken. In Mexiko selbst machen sie die Bekanntschaft mit dem Banditengeneral Mapache (Emilio Fernandez), der mit seinen Männern das Dorf von Angel geplündert hat, dessen Vater ermordet und Angels Mädchen als Geliebte mitgenommen hat. Er macht den "Gringos" das Angebot für 10.000 Dollar in Gold, wenn sie für ihn einen amerikanischen Munitionszug ausrauben. Aufgrund der Spannung, die Angel durch seinen Haß auf Mapache erzeugt hat, müssen die Männer einwilligen. Immer verfolgt natürlich von Deke Thornton und seiner Handvoll von zwielichten Gestalten. Der Coup gelingt zwar, aber dennoch ist die Geschichte vom "Wild Bunch" von Anfang an immer ein Ritt in den Tod...

und Peckinpah zelebriert diesen Trip in den Abgrund mit einer extrem blutigen Spur, aber auch mit dieser eigentümlichen traurigen Romantik, die ihn schliesslich zu einem der besten Western aller Zeiten machte. Sein Spätwestern wurde wegen seiner Gewaltszenen schnell berüchtigt und berühmt, er ist der zweite amerikanische Klassiker nach Arthur Penns "Bonnie and Clyde", der Slowmotion zum konsequenten Stilmittel des Blutrausches macht. Die Toten wirbeln wie in einem Ballett durch die Luft. Lucien Ballards Kamera erzeugt diese heroische Verlorenheit, die die ganze Geschichte als roter Faden durchzieht. Unvergessen bleibt der Showdown, der automatisch funktioniert, ohne dass die vier Männer dazu einen Dialog bräuchten - sie gehen nach dem Besuch im Puff wortlos zu ihren Pferden, nehmen die Knarren und laufen dann gemeinsam in Richtung Mapache, der sich von seinen Untergebenenen und den deutschen Verbündeten feiern lässt. Neben "Sacramento" ist dies Sam Peckinpahs größter Regietriumph, alleine schon bei der unglaublich intensiven Eingangsszene mit dem Gegenschnitt von Banküberfall und den draussen spielenden Kindern lässt sich sowohl Vielschichtigkeit und Thema schon erkennen. Die Gewaltszenen werden immer wieder gebrochen durch versöhnliche Bilder und durch die Präsenz der männlichen Freundschaft. Der alte Mexikaner sagt dann auch einmal "Wir träumen alle davon, wieder Kind zu sein, selbst die Schlimmsten von uns". Doch es gibt in Peckinpahs düsterem Abgesang kein Zurück zu den guten alten Zeiten, geschweige denn eine hoffnungsvollere Zukunft - sondern alle Männer sind zum Untergang verdammt. Ähnlich wie der Überlebenskampf am Anfang des Films mit den Skorpionen, die sich verzweifelt gegen die Übermacht der Ameisen wehren, aber durch die Kinder immer wieder daran gehindert,  dem Ameisenhaufen zu entrinnen. Bis dann das ganze Szenario des Kampfes selbst in Flammen aufgeht, von einer mächtigeren Spezies gesteuert, weder für Skorpion noch Ameise erkennbar...dem Menschen. Der Kreis ist geschlossen und selbst die übrig gebliebenen Leichenfledderer sind dann logischerweise auch schneller als man denkt dem Tode geweiht. Eine Anspielung auf die höhere Macht, die alles steuert ? Die gebrochenen Männer, die Peckinpah hier zeigt und von den grandiosen Darstellern Holden, Borgnine, O´Brien und Ryan so intensiv dargestellt werden, sind weder Gut noch Böse, auch lange keine Helden - sie haben lediglich ihren Männerbund, denn nur gemeinsam gelingt ein Halt in dieser feindlichen Umgebung. Man merkt auch die enge Identifkation des Regisseurs mit seinen tragischen Hauptcharakteren. Sie versuchen sich in einer Welt zu behaupten, in der kein Platz mehr für sie vorhanden ist. Es sind diese letzten amerikanischen Outlaws des alten Wilden Westens, die mit einer neuen Zeit und mit neuen Generationen konfrontiert sind, was ja auch in seinem vorher gedrehten Meisterwerk "Sacramento" vorherrschendes Thema war. Doch der großartige Western hat noch viele weitere Subtexte zu bieten. So spielt Peckinpah geschickt mit den Erwartungen des Zuschauers, der eigentlich davon ausgeht, dass diese in die Stadt reitenden Soldaten Männer des Gesetzes sein müssten, aber stattdessen sind es diese schrägen Galgenvögel auf dem Dach des Gebäudes, die auf der Seite der "Guten" stehen. Die Welt ist nicht immer so wie sie erscheint, so sind auch die kleinen Ameisen zumindest für einen trügerischen Moment Sieger über die Skorpione. Es ist alles hervorragend gemacht, da Peckinpah gar keine Position einnimmt, sondern zeigt. Und spätestens wenn sich die Outlaws der tödlcihen Übermacht gegenüberstellt ist klar, dass wir uns hier im obersten Western-Olymp befinden.
Die Gewalt folgt einer melancholischen Choreografie. Es ist weder Heldenepos noch Banden-Western. Es ist - durch viiele Szenen belegt - die Geschichte über das ganz große persönliche Scheitern und darüber, dass man in dieser destruktiven Lage den Wunsch hat,  noch ein Stück über sich hinauszuwachsen oder zumindest etwas von bleibendem Wert erkennen kann. Als Pike am Ende die junge mexikanische Prostituierte verlässt, meint man an seinem müden Blick in ihre Richtung zu erkennen, dass er sich in diesem Moment eingesteht, nichts mehr von Wert weitergeben zu können, keine Familie zu haben und die Frage im Raum steht, welchen Sinn das alles hatte - im Angesicht des nahen Todes. Diese Verzweiflung wird dann in der Sequenz noch weiter auf die Spitze getrieben, in dem Moment als Mapache von Pike erschossen wird und ein paar Sekunden Stille vor dem unvermeidlichen Schlachtfest herrscht, die dann durch ein sonderbares, verzweifeltes wie auch befreiendes Lachen von Dutch aufgelöst wird - dann erst wird weiter geschosssen, obwohl es so aussah, als hätte für diese paar Sekunden die Welt und das irdische Dasein eine himmlische Wahrheit entdeckt.
 Aufnahmen und Einstellungen von Kindern hat Peckinpah immer wieder in seine Handlung eingeschnitten. Sie sind Zeugen der Gewalt, sie üben dann selbst Gewalt aus. Peckinpah war interessiert daran, die Frage zu stellen, woher die Gewalt kommt, wie sie funktioniert und wohin sie am Ende führt. Erwachsene als Vorbilder lassen sich in dieser von Peckinpah gezeigten Welt überhaupt nicht ausmachen, es sieht so aus, als würde sich die Gewalt fortpfanzen. Da Erwachsene zwangsläufig Vorbilder sein müssen, sieht man die Kinder, wie sie die Schießerei mit mehreren Toten, gleich nach der Flucht der Banditen, nachahmen. Genauso deutlich wird diese katastrophale Vorbildfunktion in der Szene, als der kleine mexikanische Kindersoldat seinem Hauptmann Mapache einen Nachricht überbringt.
Die Zeit wandelt sich in "The Wild Bunch" - die alte Wild West Epoche geht zu Ende, es gibt moderne und vernichtendere Waffen wie bspw. ein automatisches Maschinengewehr, mit dem Mapache fast wie ein Kind zu spielen beginnt - wohlwissend, dass es eine totbringende Waffe ist, die durchs Rumballern ohne das Gerät im Griff zu haben, wieder einige Menschenleben in der näheren Umgebung fordert. Macht ja nix, das Leben scheint keinem hier - weder in Mexiko, noch beim großen Nachbarn Amerika,  viel Wert zu sein. Und ein moralisches Gerüst, aus dem sich ein positiveres Handeln entwickeln könnte, ist weit und breit nicht in Sicht. Somit sind die Zukunftsaussichten auch nicht rosig. Der Mensch bleibt in diesem zwanghaften Kampf namens Überlebenswillen wohl oder übel gefangen. Trotzdem haben sich die Männer des Wild Bunch auch einigermassen harmonisch eingerichtet, denn zu wissen, dass man sich auf den anderen verlassen kann, sofern man sich an den über allem stehenden Regelkodex hält. Das bedeutet Klarheit, Sicherheit und  vor allem auch so etwas wie Familie. So ist auch interessanterweise die Wut bei der Entdeckung, dass man für wertlose Dichtungsringe sein Leben riskiert hat, nur für kurze Dauer. Alles verfliegt in ein befreiendes Gelächter über die eigene Dummheit.
Bezogen auf das Genre selbst hat es Peckinpah mit diesem Film geschafft den damals erfolgreicheren ItaloWestern wieder zu überflügeln und das Genre wieder in seine Heimat zu holen. Darauf aufbauend boomte dann in den frühen 70er Jahren der Spätwestern, der auch immer wieder das Vietnam Trauma spiegelte. 

Bewertung: 10 von 10 Punkten. 

Samstag, 19. Februar 2022

Junior Bonner (Junior Bonner)



Regie: Sam Peckinpah

Zeiten verändern sich...

"Junior Bonner" ist einer der weniger bekannten Filme von Sam Peckinpah. Er entstand 1971, also zwei Jahre nach seinem Welterfolg "The Wild Bunch" und ein Jahr vor seinem kommerziell erfolgreichsten Streifen "Getaway". Die Kritik war mau und auch das Publikum fand den Neo-Western eher uninteressant, was sich an den mageren Zuschauerzahlen bewies.
Vielleicht weil "Junior Bonner" eher eine verhalten inszenierte und melancholische Charakterstudie ist und auch keine Gewaltexzesse stattfinden.
Stattdessen wirkt der Film fast etwas dokumentarisch und schaut dem üppigen Treiben eines Rodeo zu.
Arizona in den frühen Siebzigern: Es ist Unabhängigkeitstag und in der Stadt findet die alljährliche Parade und das anschliessende grossangelegte Rodeo statt. Grund genug, dass Junior (Steve McQueen) seine alte Heimat und seine Familie besucht. Er hat sich fest vorgenommen in der gefährlichsten Disziplin beim Rodeo, dem Bullenreiten, diese magischen 8 Sekunden zu schaffen. Doch der Stier, den er gerne reiten würde, ist gefürchtet und legendär. Das Preisgeld käme auch gelegen, weil Junior wieder mal Pleite ist.
Er ist ähnlich wie sein Windhund von Vater. Ace Bonner (Robert Preston), der Weiberheld, Rodeoreiter, Goldsucher, Alkoholiker, Großmaul und Taugenichts. Anders die bodenständige Mom Elvira (Ida Lupino), die die Eskapaden ihres Mannes all die Jahre stillschweigend und zähneknirschend ertrug. Curly (Joe Don Baker) ist der clevere und ungleiche Bruder, ein Grundstückspekulant und DER Familienkapitalist. Verheiratet mit der hübschen Ruth (Mary Murphy


Während Junior die Freiheit liebt und es nie lange an einem Ort aushält und sein ganzes Leben eine grosse Rodeotour zu sein scheint, hat es Curly geschafft im weiten Land sesshaft zu werden und den neuen "american Way of Life" erfolgreich zu leben. Er rechnet in Dollar, der wilde Bruder in Sekunden.
Durch seine Freundschaft mit dem Rodeoveranstalter Buck Roan (Ben Johnson) kriegt Junior tatsächlich dieses Monstertier zugelost...
Peckinpah behandelte bereits in seinen Frühwerken, bsp. "Sacramento" eines seiner späteren Lieblingsthemen: Alternde Westernhelden in sich verändernden Zeiten, die Figuren stehen zwischen zwei Welten oder zwei Epochen. Ein Abgesang auf den alten Westen. Ein altes System mit viel Freiheit für den Einzelnen muß weichen, es folgt die Anpassung an die Moderne.
In "Junior Bonner" ist stark zu spüren, dass die Magie der Gründerzeit, der Pioniere im amerikanischen Westen immer noch ihren Platz hat, auch wenn der wilde Geist und das weite Land domestiziert wurde: Beim Rodeo darf man immer noch mit Wagemut und Melancholie Cowboy sein, Pferde reiten, Rinder einfangen - und auf harte Weise den "Mann" ausleben. Die Zuschauer sind völlig aus dem Häuschen.
Auch eine Saloonschlägerei gehört dazu und wird von Peckinpah stellenweise in Zeitlupe und Slow-Motion festgehalten. Sabbernde Gesichter, wenn sie zuschlagen dürfen - genauso sabbernd wie die Stiere beim alles entscheidenden Rodeoritt angestrengt aus den Mäulern spritzen, um den unliebsamen Reiter in den Dreck zu werfen.
Unterbrochen wird die Keilerei in der Kneipe nur dadurch, dass jemand die Nationhymne anstimmt und dann alle aus voller Kehle mitsingen. Peckinpah kann auch in einem vermeintlich harmlosen Rodeofilm recht gallig und zynisch sein.
Thematisch ist "Junior Bonner" sogar verwandt mit den Altman Filmen "Buffalo Bill und die Indianer" oder "Nashville". Ein durchweg stimmiges, subversives Kaleidoskop über den Wilden Westen nach seiner grossen Zeit oder in der Jetztzeit.
Leider muss ich den Vorrezensenten beipflichten:
Hier darf man sich wirklich extrem ärgern, alles beginnt im tollen Widescreen - solche Filme brauchen auch dieses Format, um zu wirken. Aber dann, nachdem der Vorspann zu Ende ist, ein jäher Schnitt und der Film läuft dann bis zum Abspann plötzlich in einem Vollbild.
Eine katastrophale Entscheidung diesen Film mit einem eingeengten Format, dass nicht das gesamte Bild zeigt, die epische Kraft zu rauben.
Schade, denn der Film ist sehr empfehlenswert. Es ist nicht Peckinpahs Bester, aber er hätte es durchaus verdient mehr Aufmerksamkeit zu erhalten, der Film punktet mit guten Darstellern und tollen Bildern von Russ Ballard. Leider wird es mit dieser dilettantischen Veröffentlichung wohl kaum gelingen neue Fans zu begeistern.
Eigentlich verdient sowas keine Kaufempfehlung. Ich bewerte nur den Film in der Hoffnung, dass hier vielleicht doch noch eine adäquate Veröffentlichung erscheint.


Bewertung: 8 von 10 Punkten.

 

Sonntag, 13. Februar 2022

Nevada Pass (Breakheart Pass)


Regie: Tom Gries

Eisenbahnfahrt nach Fort Humboldt

Der schottische Thrillerautor Alistair MacLean schrieb so bekannte Thriller- und Spionageromane wie "Eisstation Zebra", "Agenten sterben einsam", "Die Kanonen von Navarone", "Die Insel" oder "Das Mörderschiff" und viele seiner Werke wurden Bestseller mit Millionenauflage.
1974 entstand mit "Breakheart Pass" ein Roman, der seine Vorliebe für Agenten zwar nicht vernachlässigt, jedoch im Wilden Westen angesiedelt ist und die Kinderschuhe des Secret Service skizziert.
Die Behörde wurde am 5. Juli 1865 in Washington, D.C. ins Leben gerufen und war zunächst nur für die Bekämpfung von Geldfälschungen zuständig, weshalb sie auch dem Finanzministerium zugewiesen wurde.
In der Verfilmung von "Nevada Pass" (Deutscher Titel) spielt der große Actionstar der 70er Jahre Charles Bronson den undurchsichtigen John Deakin, laut Steckbrief ein wohl gesuchter Verbrecher und Falschspieler. Die Geschichte wird im Agatha Christie Stil erzählt. Deakin hält sich im Winter 1873 in Myrtle City auf, einem kleinen Kaff mit zentralem Bordell. Das Rocky Mountain Städtchen hat aber den Vorteil einen Bahnhof zu haben und deshalb macht hier auch ein Zug der US-Army Halt, der unterwegs ist nach Fort Humboldt. Im Zug befinden sich neben vielen Soldaaten noch zusätzlich illustre Passagiere wie Gouverneur Fairchild (Richard Crenna), sein Parteifreud Frank O´Brian (Charles Durning), Marica Scoville (Jill Ireland), die Tochter des Kommandanten von Fort Humboldt, ein Arzt namens Molyneux (David Huddleston), ein Reverend (Bill McKinney) und diverses Zugpersonal. Nach der Verhaftung von Deakin durch Sheriff Nathan Pearce (Ben Johnson) erhöht sich die Anzahl der Passagiere. Der verantwortliche Major Claremont (Ed Lautner) erhält in Myrtle ein Telegram aus dem Fort. Doch die zwei Soldaten, die chiffrieren sollen, sind plötzlich verschwunden. Ob dies damit zusammenhängt, dass in Fort Humboldt eine Diphterie-Epidemie ausgebrochen sein soll ? Eine lange Zugfahrt durch die winterliche Landschaft Nevadas wartet auf die Reisenden, denn ein Mörder geht um. Erschwert wird die Lage zusätzlich durch Indianer, die auf dem Kriegspfad sind.


Tom Gries drehte "Nevada Pass" 1975, der Film lief sehr erfolgreich im Kino, was mit dem Zugpferd Bronson auf dem Zenit seines Starruhms nicht verwundert. Allerdings floppte der Film in den USA. Der Soundtrack von Jerry Goldsmith ist gut gelungen und eine klasse Arbeit von Kameramann Lucien Ballard (vor allem hervorragend bei Western wie "Katie Elder", "Sacramento", "Wild Bunch", "Der Verwegene", "Sein Colt war schneller" oder "Nevada Smith"). Ein Meister seines Fachs, der nahezu 50 Jahre im Hollywood Geschäft tätig war und mit Klassikern wie von Sternbergs "Marocco" seine Karriere begann.
"Nevada Pass" ist durchweg spannende Unterhaltung - zwar ohne großen Tiefgang, aber mit einer fesselnden Story, die trotz vieler offener Fragen durchweg stimmungsvoll bleibt.
Für mich einer der besten Filme von Charles Bronson und nach wie vor ein Western, den ich immer wieder gerne anschaue. Tom Gries, der bereits mit Western wie "Der Verwegene" und "100 Gewehre" überzeugende Western ablieferte, landete auch hier einen Volltreffer.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Samstag, 12. Februar 2022

Hängt ihn höher (Hang ´em high)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Ted Post

Jagd auf den Lynchmob...

Oklahahoma in Jahre des Herrn 1889: Das weite Land soll immer mehr zivilisiert werden, doch es fehlt an Marshalls, die das Gesetz einfordern. So wird das ganze Territorium noch beherrscht von zahlreichen Outlaws und Banden. Jedediah Cooper (Clint Eastwood) war mal Sheriff, hat sich aber jetzt entschieden eine Farm zu betreiben und darum hat er von einem Rancher ein paar Rinder gekauft und mit dieser kleinen Herde zieht er durch die Prärie.
Doch an einem Fluß bemerkt er, dass er von einer Gruppe Reiter verfolgt wird. Diese Männer (Jonathan Goldsmith, Ned Romero, Russell Torson, Bob Steele, Joseph Sinola, L.Q.Jones, Alan Hale jr., Bruce Dern) unter der Führung Captain Wilson (Ed Begley) überwältigt und des Viehdiebstahls sowie des Mordes an dem Rancher beschuldigt.
Der wütende Lynchmob macht kurzen Prozess, doch der Gehängte wird zum Glück noch rechtzeitig von Marshall Bliss (Ben Johnson) entdeckt und vom Galgenbaum befreit.
Allerdings mit der Aussicht noch einmal aufgehängt zu werden, sollte er in einem regulären Verfahren schuldig gesprochen werden.
Die Reise führt ihn in einem Käfigwagen mit anderen Gefangenen nach Fort Grant, wo Richter Fenton (Pat Hingle) als Einziger Recht spricht. Tatsächlich wird Cooper freigesprochen, weil der wahre Täter aufgefunden wurde und im Gefängnis wie einige andere Männer seine gerechte Strafe durch den Strang erwartet.
In der Stadt werden diese Todesurteile durch den Henker wie ein Volksfest zelebriert, Henker Schmidt (Berd Freed) ist ein wahrer Meister seines Fachs.
Es gibt in diesem Territorium auch noch keinen Gouverneur und auch kein staatliches Berufungsgericht. Fenton ist in diesem sehr großen Gebiet die einzige und zugleich höchste richterliche Instanz, arbeitet die vielen Straffälle im Schnellverfahren ab und verurteilt oftmals Straftäter trotz mangelnder Beweislage - dies soll zur Abschreckung dienen und die gesetzliche Ordnung untermauern.
Fenton überredet den rachesüchtigen Cooper den gutbezahlten Job als Marshall anzunehmen. Fortan verfolgt Cooper sein Ziel, zudem ist die Menschenjagd auch noch staatlich legitimiert...


Ted Post drehte "Hängt ihn höher" im Jahr 1968, der Film wandelt mit seinem zynischen Unterton auf den Spuren des sehr erfolgreichen Italo-Westerns.
Die stärkste Sequenz des Films ist die Szene als Fenton die Hinrichtung von sechs Männern im Stile eines Volksfestes begehen lässt und die Todgeweihten vor einer jubelnden Menschenmenge aufknüpft werden. Darunter sogar zwei junge Teenager (Bruce Scott/Richard Gates), für die der Marshall ein gutes Wort bei Gericht eingelegt hatte. Eindrucksvoll zeigt der spannende Western die Doppelmoral eines Rechtssystems, das sich allein auf Abschreckung nach dem biblischen "Auge um Auge" -Prinzip beruft.
Für die leisen Töne sorgt die ebenfalls auf Rache sinnende Witwe Rachel Warren gespielt von der schwedischen Schauspielerin Inger Stevens, die 2 Jahre später unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Der schmale Grat zwischen der staatlichen Gerechtigkeit und dem persönlichen Gerechtigkeitssinn wird in diesem kompromisslosen Western sehr deutlich gemacht, selbst der Lynchmob, der am Anfang des Films so brutal und verbrecherlich agierte, erhält im Laufe des Films ein vielschichtigeres Gesicht, es stellt sich heraus, dass diese Männer auch fürsorgende Familienväter sind.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.

700 Meilen westwärts (Bite the Bullet)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Richard Brooks

Reiter und Pferd...

1906 findet eines der damals immer noch beliebten Pferde-Langstreckenrennen statt. Die Strecke verläuft über 700 Mielen quer durch das schneebedeckte Gebirge, quer durch reissende Flüsse.
Initiator ist ein reicher Zeitungsherausgeber, der ein eigenes Edelpferd im Rennen hat.
Mit von der Partie sind die beiden Freunde und Rauhreiter-Veteranen Sam Clayton (Gene Hackman) und Luke Matthews (James Coburn), die an der Seite mit Präsident Teddy Roosevelt in Mexico kämpften.
Die beiden Routiniers sind besonnen und beide gelten als Favoriten. Leider hat Clayton mit der Überführung seines Prachtpferdes etliche Verspätung, denn der Tierliebhaber musste noch ein Fohlen retten und dieses Tierkind einem guten Besitzer zuführen. Der kleine Junge fragt Clayton, was er für dieses schöne Tier bezahlen müsse, worauf der Westerner antwortet "Du darfst es nie schlecht behandeln".
Unter den Mitkonkurrenten, die sich in das Start-Städchen einfinden, sind die junge Miss jones (Candice Bergen), eine Prostituierte, deren Mann im Knast eine Haftstrafe verbüsst und die, die 2000 Dollar sehr gut gebrauchen können.
Ein junger Cowboy und Gunfighter Carbo (Jan Michael Vincent), der ungestüm und aggressiv auf sich aufmerksam machen möchte.
Ebenso dabei ein Mexikaner (Mario Arteaga) mit Zahnschmerzen, ein alternder Cowboy (Ben Johnson) und sogar ein englischer Gentleman (Ian Bannen, der allerdings im späten Wilden Westen lediglich eine Aussenseiterrolle inne hat.
Jeder der Teilnehmer hat andere Beweggründe für die Teilnahme, meistens ist es das Geld und manchmal noch mehr Geld als die 2000 Dollar Preisgeld. Manchmal spielt Machtbestreben und Geltungsbedürfnis eine Rolle - lediglich Clayton sieht dem Treiben sehr kritisch gegenüber und er ahndet jedes Vergehen, dass den armen Tieren zuleide getan wird.
Sei es ein auf den Boden geschlagenes Maultier durch das Großmaul Carbo oder die Unvernunft des Engländers sein Pferd durch waghalsige Abkürzungen in Verletzungsgefahr zu bringen.
Am Ende erreichen nur wenige Teilnehmer das Ziel...


Richard Brooks drehte "700 Meilen westwärts" im Jahr 1975 und wie bereits ein Jahrzehnt zuvor mit "Die gefürchteten Vier" gelang im ein großer Kinoerfolg im damals schon immer wieder und immer öfters untergehenden Westerngenre.
"700 Meilen westwärts" ist oberflächlich ein klasse fotografiertes (Harry Stradling jr) Abenteuer zu einer Zeit als die Zivilisation das wilde, weite Land schon beinahe eingenommen hat.
Auf den zweiten Blick ist es aber ein sehr trauriger, melancholischer Film über geschundene Pferde und auch über geschundene Menschen.
Ergreifend die Szenen, in den die Pferde durch ihre Besitzer zu Tote kommen, ebenso wie die plötzliche Sterbeszene von Ben Johnson als einsamer Cowboy. Er liegt einfach tot am Lagerfeuer und der Zuschauer nimmt das traurige Gesicht von Hackman wahr, der nur noch "dabei kenne ich nicht mal seinen Namen" sagen kann.
"700 Meilen westwärts" entlässt trotz dieser melancholischen Grundhaltung mit einem positiven Hoffnungsschimmer. Ein Aggressor kann sich durch Verlust ändern und Claytons Botschaft von Schutz für die Kreatur, Schutz für Aussenseiter, Einsicht, Hilfsbereitschaft und Fairness hat zumindest in einer Momentaufnahme eine Chance.


Bewertung: 8 von 10 Punkten.

 

Dienstag, 8. Februar 2022

Der Verwegene (Will Penny)


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Tom Gries

Will Penny...

Der US-Regisseur Tom Gries wurde nur 55 Jahre alt. Er starb 1977 aufgrund eines Herzinfarktes. Sein letzter Film "Ich bin der Größte" musste von seinem Kollegen Monte Hellman fertig gestellt werden. Gries arbeitete sehr oft fürs Fernsehen, daher ist seine Filmografie auch nicht besonders üppig. Seine bekanntesten Filme sind Charles Bronsons "Der Mann ohne Nerven" und die drei Western "Der Verwegene", "100 Gewehre" und "Nevada Pass".
"Der Verwegene" entstand 1967 und heißt im Original "Will Penny" - dass Gries den Film überhaupt drehen konnte, verdankte er dem Hauptdarsteller Charlton Heston, der die Chance nutzte im reifen Charakterfach zu debütieren und so konnte sich der Mime - wie der Playboy damals treffend schrieb - für eine Weile vor der Tunika und den Sandalen retten.
Die große Stärke von "Will Penny" liegt in seiner Authentizität, denn er zeigt die Cowboys ungeschönt und ohne Glorifizierung. Der beinahe schon 50jährie Will Penny (Charlton Heston) ist einer dieser hart arbeitenden Viehtreiber. Einer von vielen Männern, die in der Zeit des Wilden Westens sich durch qualvolle Arbeits- und Lebensbedinungen kämpfen müssen. Der Alltag bedeutet Dreck, Härte, eine feindliche Natur und oft Monotonie. Es ist ein ständiger Kampf ums Überleben, der Lohn ist auch nicht besonders üppig, aber reicht um nicht zu Verhungern. Diese Männer leben abseits der Zivilisation, abseits von sozialen Strukturen. Daher sind sie trotz der gemeinsamen Arbeit in allererster Linie Einzelgänger, die sich nicht an andere Menschen binden wollen.
Als der Vietreck zu Ende geht, sind viele der Cowboys wieder arbeitslos und müssen weiterreiten. Will Penny hat sich mit Blue (Lee Majors) und Dutchy (Anthony Zerbe) zusammengetan, gemeinsam wollen sie nach Kansas City. Dort hoffen die Männer auf eine neue Anstellung. Auf dem Weg dorthin entdecken sie im Wald einen Hirsch, den sie erlegen wollen. Doch bevor sie schießen können, geht das Tier schon zu Boden. Der psychopathische Prediger Quint (Donald Pleasance) und seine Söhne (u.a. Bruce Dern, Matt Clark, Gene Rutherford) waren schneller. Und der Prediger denkt nicht mit den Cowboys zu teilen. Im Gegenteil, denn er eröffnet das Feuer und Dutchy wird schwer verwundet. Einer von Quints Söhnen stirbt bei diesem Konflikt ebenfalls und der schwört Rache bevor er verschwindet. Will und Blue reiten mit dem Verletzten zur nächsten Zeit, unterwegs machen sie Rast auf einer Ranch. Sie haben es nicht mehr eilig, denn es ist wahrscheinlich, dass Dutchy die Stadt nicht lebend erreicht. Auf der Ranch lernen sie Catherine Allen (Joan Hackett) kennen, die alleine mit ihrem Sohn Horace (Jon Gries) auf dem Weg nach Kalifornien ist. Als sie dann doch noch mit einem lebenden Dutchy die Stadt erreichen, zieht Will alleine weiter. Er findet Arbeit auf der "Flat Iron" Ranch und bekommt vom Vorarbeiter (Ben Johnson) die Anweisung als Grenzreiter von einer abgelegenen Blockhütte in den Bergen aus die Grenzzäune der Ranch zu beaufsichtigen. Dort oben trifft er auch auf die Frau mit dem Jungen wieder und natürlich ist der Bösewicht ganz in der Nähe...

 Für Charlton Heston war "Will Penny" seine Lieblingsrolle und der Film wurde zum Klassiker des Spätwestern. Dabei bleibt einmal mehr Donald Pleasance als schizophrene, grausame Persönlichkeit im Gedächtnis. Ein Mann, dessen Wahnsinn sich auf die ganze Familie übertragen hat und der nach Rache dürstet. Tom Gries hält eine perfekte Balance zwischen Spannung und sehr ruhigen, fast meditativen Momenten. Am Ende steht der ruhelose Cowboy vor der Entscheidung ein seßhaftes Leben zu bekommen. Wie mag er sich wohl entscheiden ? Für die fabelhaften Bilder war der Kamera-Routinier Lucien Ballard verantwortlich.


Bewertung: 9 von 10 Punkten.